„Der europäische Märchenteppich“ 

Video steht im internationalen Vergleich

 

Nicolaischule erhält eTwinning-Qualitätssiegel 2019

 

 

 

 

 

© Lisa Hustedt 

Verdener Aller Zeitung -KREISZEITUNG.DE-

20.12.2019

 

 

Stolz präsentiert die Klasse 4b der Nicolaischule ihre Werke: Jedes der Kinder hält eine der Figuren, die für das Video hergestellt wurden, im Hintergrund hängen die dafür gebastelten Plakate. Ihre Klassenlehrerin Melanie Kolb (r.) und die Schulleiterin Carola Reinecke (l.) sind stolz auf die geleistete Arbeit.

 

 

 

Verden - Ein feuerspeiender Drache, ein tapferer Ritter und ein Hut, der die Gabe besitzt, denjenigen der ihn trägt, unsichtbar zu machen – all diese Figuren stehen im Mittelpunkt des „Europäischen Märchenteppichs“. Wer jetzt denkt, dass es sich dabei um eine Geschichte der Gebrüder Grimm handelt, liegt ganz falsch. Das Märchen haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Nicolaischule in Zusammenarbeit mit vier weiteren Bildungseinrichtungen ausgedacht. Für dieses beispielhafte Projekt ist die Verdener Grundschule nun mit dem eTwinning-Qualitätssiegel 2019 vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz ausgezeichnet worden.

 

 

 

„Das ist das erste Mal, dass wir uns aktiv für so ein Siegel beworben haben. Richtig aufregend so was“, sagt Melanie Kolb, Klassenlehrerin der 4b, Initiatorin des Märchenprojekts sowie Europabeauftragte der Schule. Aufmerksam auf die Plattform eTwinning (siehe Infokasten) war sie bei einem Seminar in Bad Honnef geworden. Dort tat sie sich mit einer weiteren Lehrkraft zusammen, um sich im Nachhinein für einen TwinSpace, einen virtuellen Arbeitsraum mit Projektbezug, im eNetzwerk zu bewerben. „Kurze Zeit später haben wir dann die Genehmigung bekommen, sodass wir im Oktober 2018 mit unserem Projekt starten konnten“, so Kolb.

 

 

 

Zusammen mit drei Schulen und einem Kindergarten aus Österreich und Ungarn erstellten die Schüler dann den besagten „Europäischen Märchenteppich“. Dabei handelt es sich um ein circa 15 Minuten langes Video, in dem die Schulen sich erst vorstellen, dann eine bereits bekannte Geschichte aufarbeiteten, um sich anschließend anhand dessen selbst ein Märchen auszudenken, das sie filmisch in Szene setzten.

 

„Ein ganz wesentlicher Baustein dabei war der stetige Kontakt zu den anderen Schulen im Ausland“, erklärt die Schulleiterin, Carola Reinecke. Diese Zusammenarbeit erleichterte der TwinSpace allen Klassen: „Über unser Smartboard konnten wir uns sogar im Livechat in einem geschützten Raum in Echtzeit mit den anderen absprechen“, so Reinecke. Dadurch konnte auch sichergestellt werden, dass die Privatsphäre der Kinder gesichert wird. „Wir haben den Anfang, die Mitte und das Ende des Märchenvideos unter den einzelnen Schulen aufgeteilt. Am Ende haben wir alle erarbeiteten Beiträge zusammengefasst, wobei dann das fertige Video herauskam.“ Damit hat sich die Nicolaischule am 15. Juli für das eTwinning Qualitätssiegel beworben. „Und jetzt im Oktober kam die Rückmeldung, dass wir die Auszeichnung bekommen“, freut sich Reinecke. „Wir hoffen, dass die Kinder viele positive Erinnerungen und Erfahrungen aus diesem Projekt mitnehmen.“ „Ich würde es definitiv wieder machen“, resümiert Melanie Kolb.

 

 

 

„Ein wirklich märchenhaftes Projekt. Dadurch begreifen die Kinder auf spielerische Weise die zentralen Merkmale der literarischen Gattung und setzen die mit kreativen Mitteln um“, so das Urteil der Jury. Außerdem machten sie bei der Kommunikation mit ihren Partnerschulen wertvolle interkulturelle Erfahrungen und werden für das Thema Toleranz sensibilisiert.

 

Doch damit noch nicht genug: Das von den Schülern erstellte Video steht mittlerweile sogar schon im internationalen Vergleich. „Wir haben uns auch für das europäische eTwinning-Qualitätssiegel beworben und warten aktuell noch auf eine Rückmeldung“, berichtet Kolb. „Frau Reinecke ist bereits seit Jahren aktiv in dieser Richtung und hat schon eine Vielzahl an beispielhaften Projekten umgesetzt“, lobt die Schulleiterin das Engagement der Lehrerin, die abwehrend abwinkt, dann aber doch einige der Europaprojekte aufzählt. Darunter seien beispielsweise „Wandering Wanda meets the world“, ein „Christmas card exchange“ und „Postcards of our hometown“.

 

„Uns ist es wichtig, den europäischen Gedanken zu fördern“, betont Reinecke abschließend und weist daraufhin, dass die Nicolaischule eine der vier einzigen Grundschulen in Niedersachsen ist, die gleichzeitig als Europaschule registriert ist.

 

Was ist eTwinning?

 

Hinter dem Wort eTwinning versteckt sich eine Plattform, die allen, die in einer Schule in einem europäischen Land arbeiten, die Möglichkeit bietet, zu kommunizieren, zu kooperieren, Projekte zu entwickeln und sich auszutauschen. Oder kurz: Sie ist eine der größten Online-Lerngemeinschaften Europas. Finanziert wird eTwinning dabei von Erasmus+. Im Netzwerk wird dem Nutzer dabei einerseits ein öffentliches Portal und eine nationale Webseite zur Verfügung gestellt und andererseits die zugangsbeschränkten Optionen eTwinning Live und TwinSpace. Weitere Informationen zu dem Angebot können unter www.etwinning.net gefunden werden.

 

Europa macht Schule

Im Februar 2016 haben wir in Kooperation mit der Universität Bremen und der italienischen Studentin Guilia Masciarè am Projekt "Europa macht Schule" teilgenommen. Die dritten Klassen haben in einer Gemeinschaftsarbeit viel über italienische Speisen und Essgewohnheiten gelernt und als Abschluss gemeinsam unter fachkundiger Leitung eine original italienische Pizza hergestellt und natürlich auch gegessen.

Zusatzbezeichnung "Europaschule in Niedersachsen" und "sportfreundliche Schule"

Am 26.05.2016 sind wir offiziell als "Europaschule in Niedersachsen" ausgezeichnet worden (siehe auch Pressemitteilungen vom 26.05.2016).

Dies haben wir mit der gesamten Schule gefeiert.


Projektwochen zum Thema "Europa" 2012 , 2013, 2014

Auf dem Weg zur Europaschule.pdf
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